22.05. – 04.11.2017

Dipl.Psych. Elke Garbe: Fortbildungscuriculum „Integration traumaassoziierter Selbstanteile (innere Kindarbeit)“, Die Methode der „Integration traumaassoziierter Selbstanteile (Innere Kindarbeit)“©

Die Seminare richten sich vor allem an Kollegen psycho – therapeutischer, sozial – psychiatrischer und sozial – pädagogischer Berufe, die ihren fachlichen Umgang mit komplex traumatisierten Menschen weiter qualifizieren wollen. Nach einer Einführung in die praxisrelevante Theorie zu Traumatisierung und Dissoziation steht die Vermittlung der Methode der „Integration traumaassoziierter Selbstanteile (Innere Kindarbeit)“ im Zentrum der Fortbildungen.

Wir wissen, dass die Folgen früher Vernachlässigung, Misshandlung, Missbrauchshandlungen, Migrationserfahrungen und problematischer Trennungen durch Bindungspersonen gravierend sind. Sie beeinträchtigen die weitere Entwicklung erheblich und hinterlassen tiefe, fragmentierte Erinnerungsspuren in der Persönlichkeit. Sie belasten den Umgang mit sich selbst und mit dem Umfeld, weil Steuerungs- und Regulierungsfähigkeiten nicht ausreichend stabil ausgebildet werden können.

Wir wissen auch, dass neben der fortdauernden Ausschüttung von Stresshormonen die Ursache darin liegt, dass entwicklungs- und bindungstraumatisierte Menschen zum Zwecke ihre Überlebens dissoziative, traumaassoziierte  Selbstanteile herausbilden, die forthin die Entwicklung eines konsolidierten Selbst erschweren (Kohut, Heinz; 1979/ Van der Hart, Nijenhuis, Steele 2008).

Hier setzt die Methode an. Sie dient bereits in der Phase der Stabilisierung dazu, Ressourcen zu aktivieren und helfende, stützende Elemente in das Persönlichkeitssystem  zu integrieren. Danach bietet sie eine strukturierte Möglichkeit der schonenden Bearbeitung früher traumatischer Erfahrungen. Da zwischen den traumatischen Ereignissen „Dort und Damals“ und dem sicheren „Hier und Jetzt“ Zeit vergangen ist, bietet die Methode die Möglichkeit, aus der zeitlichen und räumlichen Distanz und bei vorheriger Stabilisierung und Aktivierung helfender und stützender Anteile auf einzelne frühe traumatische Szenen mit dem Ziel der Verarbeitung  zu schauen, ohne dass es dabei zu Retraumatisierungen kommen muss.

Diese psychodynamisch- integrative Methode ist in einer traumafokussierten Therapie mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen integrierbar. Aber auch in der traumapädagogischen Arbeit lassen sich viele Anteile der Methode erfolgreich anwenden.

Wir verwenden das Spiel, das Stellen von Szenen mit kreativem Material, Methoden der Imagination, das Ansprechen von Körpergedächtnis, Narrative und Kognitionen zur Beruhigung des inneren Systems und um dissoziatives Geschehen erkennbar und bearbeitbar zu machen. Dabei werden die Konzepte der Übertragung – Gegenübertragung und der Abwehr beachtet. Wir unterscheiden zwischen traumaverarbeitenden Gefühlen, deren Erleben wir fördern und traumaassoziierten Gefühlen, deren Wiedererinnern innerhalb der jeweiligen Belastungstolleranz eine Verarbeitung ermöglicht. Zusätzlich können  modifizierte Formen des EMDR  die Wirksamkeit der Methode erhöhen.

Nach der Vermittlung der Theorie zu Trauma und Dissoziation wird die Methode der „Integration traumaassoziierter Selbstanteile“ vorgestellt und anhand von Fallbeispielen demonstriert. Danach ist in Kleingruppen Gelegenheit, verschiedene Schritte der Methode innerhalb unterschiedlicher Settings anhand von eigenen Fällen zu erproben. Es gibt Gelegenheit, die jeweiligen Erfahrungen miteinander zu reflektieren. Da die Teilnehmer verschiedene berufliche Kompetenzen haben, können auch Fragen der Kooperation und der Netzwerksarbeit diskutiert werden.

 

Hinweis: Alle 5 Seminare des Fortbildungscurriculums sind ausgebucht. Sie können sich jedoch gerne Frau Kapfhammer kontaktieren und sich von ihr
auf die Warteliste setzen lassen (Stand: 16.03.2017). Kontakt: Frau Kapfhammer,  E-Mail: fortbildung@khbrisch.de

 

Fortbildungscurriculum „Integration traumaassoziierter Selbstanteile (innere Kindarbeit)“

Ort und Zeit: München 2017/ Freitag – Samstag

 

Seminar 1: (19. – 20. Mai 2017)

Einführung in die Methode. Praxis- und methodenrelevante Theorievermittlung zu Trauma und Dissoziation. Psychoedukation und Stabilisierung. Demonstration der Methode anhand von Fallbeispielen, Gelegenheit zu Übung und Reflexionanhand eigener Fälle.

 

Seminar 2: (30.06 – 01.07.2017)

Praxis der Methode auf dem Hintergrund der vermittelten Theorie, dabei schwerpunktmäßig:  Aufbau innerer Sicherheit und Stabilisierung. Anwendungsmöglichkeiten innerhalb der Traumatherapie und der Traumapädagogik werden diskutiert. Gelegenheit zu Übung und Reflexion anhand eigener Fälle.

 

Seminar 3: (08. – 09. September 2017)

Praxis der Methode zum Zwecke der Integration traumaassoziierter Selbstanteile.

Demonstration verschiedener Möglichkeiten und Schritte. Demonstration und Gelegenheit zu Übung und Reflexion anhand eigener Fälle. Kooperation zwischen den verschiedenen Berufsgruppen.

 

Seminar 4: ( 06. – 07. Oktober 2017)

Supervision und Vertiefung der Inhalte des Seminars 3. Arbeit mit Täterintrojekten und täterimitierenden Anteilen. Welche Bedeutung haben sie im System des Selbst?

Demonstration und Gelegenheit zu Übung und Reflexion anhand eigener Fälle.

 

Seminar 5: (03. – 04. November 2017)

Supervision und Möglichkeiten der Anwendung der Methode in der Arbeit mit traumatisierten Paaren und Familien. Beachtung des Aspektes der transgenerativen Weitergabe von Trauma. Demonstration und Gelegenheit zu Übung und Reflexion anhand eigener Fälle.

 

Flyer: Download