Pädagogik: „Das Baby macht komische Geräusche“

Babys können Kindern dabei helfen, ihre eigenen Gefühle besser zu verstehen, ausgeglichener und hilfsbereiter zu sein. Das ist das Ergebnis einer zwei jährigen Forschung zum sogenannten Babywatching. Eine Kita in Frankfurt hat dieses Konzept nun in ihren Alltag integriert – und gibt den Kindern Worte für ihre Gefühle.

Zehn Kinder sitzen im Stuhlkreis. Manche sitzen still, andere baumeln auf den zu großen Stühlen mit den Beinen unruhig in der Luft: Es soll endlich losgehen. Alle schau en gespannt in die Mitte: Eine Babydecke, bunt bedruckt mit lustigen Tieren und Ballons, ist auf dem Boden ausgebreitet. Darauf liegt Milac in einem Maxi Cosi. Im Schneidersitz neben ihm seine Mutter Cehlin. Milac ist vier Monate alt und an diesem Morgen die Hauptperson der kleinen Versammlung in der „Kita in den Schafgärten“ in Frankfurt am Main. Er ist fasziniert vom bunten Mobile am Tragegriff seiner Wippe. Seine kleinen Zuschauer nimmt er zunächst gar nicht wahr. Die Vier- bis Fünfjährigen sind dafür umso interessierter an jeder Bewegung des Kleinen. „Guckt mal, was er mit seinem Mund macht“, kommentiert Erzieherin Dominique Hoffmann die Grimassen des Babys. „Und was macht er jetzt?“, fragt sie die Kinder, als Cehlin ihren Sohn aus der Trage hebt und der Kleine mit großen Augen in die Runde guckt. „Er macht komische Geräusche. Hört sich wie Enten an, die quaken“, ruft ein Junge. Alle lachen. Milac fängt an zu weinen, wird auf den Arm genommen. „Warum hat er jetzt geweint? Kennt ihr das auch, wenn eure Mama euch auf den Arm nimmt? Wie fühlt sich das an?“, fragt Hoffmann. Einige Kinder bejahen. So ganz genau beschreiben, was sie dann fühlen, können sie aber noch nicht.

Ganzen Artikel lesen: Download

(Quelle: Christliches Medienmagazin pro/Swanhild Zacharias S. 34-36, 6/ 2015)
URL: pro-medienmagazin.de