Wie ein Baby Aggression auflöst

Miesbach – Babywatching – unter diesem Namen bietet der Kindergarten Straß ein neues Projekt. Indem die Kinder zuschauen, wie eine Mutter mit ihrem Baby spielt, wird Aggression abgebaut.

Aufmerksam sitzen die Kindergartenkinder im Stuhlkreis und schauen der zehn Monate alten Teresa sowie deren Mutter Bianca Steinbauer beim Spielen zu. Das kleine Mädchen krabbelt fröhlich herum, schmeißt den Bauklotz-Turm um, den die Mutter aufgebaut hat und lacht dabei. Sofort fangen alle Kinder an zu klatschen. „Warum klatscht ihr?“, fragt Erzieherin Manuela Schäffler. Ein Kind antwortet: „Weil Teresa sich freut.“

Seit fast einem Jahr gehört der Baby-Beobachtungstag zum Programm im Kindergarten Straß. Die Einrichtung nimmt teil am Präventionsprojekt BASE – die Kurzform für „Baby-Beobachtung im Kindergarten und in der Schule gegen Aggression und Angst zur Förderung von Sensitivität und Empathie“. Entwickelt wurde es vom Münchner Bindungsforscher Dr. Karl Heinz Brisch vom Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Dessen Ziel ist es, Aggression und Angst bei Kindern zu mindern und dabei Feinfühligkeit und Empathie zu fördern.

Die Forscher der Uniklinik haben wissenschaftlich belegt, dass das Betrachten einer Mutter mit Baby Kinder friedlicher macht und zu besserem Sozialverhalten anregt. „Kinder trösten dann traurige Kinder öfter und teilen auch lieber mit anderen“, erklärt Schäffler. Eher stillere Kinder äußerten dabei mehr Gefühle. Jeder lerne dabei etwas über sich selbst und den anderen. Diese besondere Art der Selbstreflexion macht das Baby-Beobachten auch für Erwachsene interessant – als Spiegel zur Seele.
(Quelle: Merkur.de von Daniel Wegscheider)

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