Sicher gebundene Kinder haben beim Lernen Vorteile

Nicht immer ist die frühe Betreuung für Mutter und Kind ideal. Die Folgen zeigen sich oft erst Jahre später, wie eine amerikanische Langzeitstudie jetzt belegt.

Von Marianne Leuzinger-Bohleber

Die Würfel sind gefallen. Vom 1. August an besteht ein Rechtsanspruch auf einen Fremdbetreuungsplatz nach dem ersten Lebensjahr des Kindes. Die Politik hat entschieden und damit anerkannt, dass für viele Familien oder Alleinerziehende die Betreuung ihrer kleinen Kinder nicht ohne fremde Hilfe zu leisten ist. Nicht jede Mutter, die ihr Einjähriges in eine Kinderkrippe gibt, ist eine Rabenmutter. Im Gegenteil: Für eine Mutter, die nach einer schweren Lebens- oder Ehekrise mit Depressionen zu kämpfen hat oder aus ökonomischen Gründen am Rande der Gesellschaft lebt, kann es Ausdruck ihrer Fürsorge und Liebe für das Kind sein, dass sie eine möglichst gute Einrichtung, eine sorgfältig ausgewählte Pflegefamilie, ein Au-pair-Mädchen oder eine familiäre Unterstützung durch Großeltern und Verwandte sucht, um ihrem Kind frühe positive Beziehungserfahrungen zu ermöglichen, die sie ihm in ihrer belasteten Situation nicht hinreichend selbst vermitteln kann.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.06.2013, Nr. 141, S. 7

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