Wie Elternliebe das Leben prägt

Kinder mit festen Bezugspersonen haben es später leichter. Der Münchner Psychiater Karl Heinz Brisch weiß, warum sie besser lernen und mit Stress gut umgehen können.

Augsburg Kinder starten besser ins Leben, je mehr sich ihre Eltern um sie kümmern. Das ist klar. Wie sehr sich die Bindung in der Familie auf die Zukunft des Kindes auswirkt, erfuhren Pädagogen gestern bei einer Tagung in Kempten. Wir haben mit dem Referenten gesprochen.

Herr Brisch, wie kann man am Handeln eines Kindes das Verhältnis zu seinen Eltern ablesen?
Karl Heinz Brisch: Kinder, die eine sichere Bindung an ihre Eltern haben, entwickeln sich körperlich, emotional und sozial besser als Kinder, deren Eltern nicht so verfügbar sind oder die sie sogar vernachlässigen.

Haben Sie Beispiele?
Brisch:
Sie können Belastungen besser bewältigen und wissen, wer ihnen bei Angst und Gefahr hilft. Sie können sich schon im Kindergarten sehr gut in andere Menschen einfühlen. Auch ihre Gedächtnisfähigkeiten, das Lernen und die Sprachentwicklung sind besser ausgebildet.

Wie kommt das?
Brisch:
Während der Schwangerschaft und in den ersten drei Lebensjahren passieren ganz entscheidende Reifungsprozesse im Gehirn eines Kindes. Es hat zwar Milliarden Nervenzellen, aber die sind bei der Geburt noch wenig miteinander vernetzt. Diese Netzwerke entstehen durch Erfahrungen. Gehen die Eltern feinfühlig mit dem Kind um, entwickelt es ein Gefühl von Urvertrauen. Es hat damit eine Art „Schutzmantel“, um mit Stress und anderen Schwierigkeiten im Leben besser zurechtzukommen.
(Quelle: AZ, Nr. 267 Do, 19. Nov. 2015; Interview: Sarah Ritschel)
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