Verwöhnte Babys? Deutsche Sorge

Katholischer Familienverband: Dr.med. Karl Heinz Brisch über Urvertrauen des Babys.

BOZEN. Babys weinen zu lassen, um sie abzuhärten bzw. nicht zu verwöhnen, ist in den Augen von Dr. Karl Heinz Brisch, Koriphäe im Bereich frühkindlicher Entwicklung, absolut zu unterlassen. „Das ist eine typisch deutsche Sorge“, so Dr. Brisch.

„Dolomiten“: Herr Dr. Brisch, ab wann wird eine Eltern-Kind-Bindung aufgebaut?
Dr. Karl Heinz Brisch: Das geht eigentlich schon in der Schwangerschaft los, indem sich die Mutter bzw. auch der Vater auf das Baby einstellt. Ist das Baby da, entwickelt es eine neue eigene Bindund zu den Elter. Nur das Bedürfnis zur Bindung ist da, zu wem, ist noch nicht klar.

„D“: Welche Eigenschaft brauchst es, damit eine gute Bindung gelingen kann?
Dr. Brisch: Feinfühligkeit.

„D“: Und wie äußert sich die?
Dr. Brisch: Feinfühligkeit heißt, dass die Eltern lernen, die Signale des Babys zu verstehen. Warum weint mein Kind? Hat es Hunder? Durst? Langeweile? Angst? Hat es Angst und wird gestillt, so wird das wenig bringen. Eltern müssen herausfinden lernen, welche Signale das Kind gibt. Es hat eben nur den roten Alarmknopf weinen und der ist leider sehr unspezifisch. Und da muss man den Eltern sehr früh Hilfestellungen bieten. Richtig feinfühlige Eltern sind empathiefähig.
(Quelle: Zeitung „Dolomiten“, Die.26.04.2011)

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