Arno Gruen über den Verlust des Mitgefühls

Ohne Empathie keine Demokratie, sagt Arno Gruen. Der grosse, alte Mann der Psychoanalyse aus Zürich rückt mit seinem neuen Buch «Dem Leben entfremdet. Warum wir wieder lernen müssen zu empfinden» die Gefühle ins Zentrum unseres Bewusstseins. Und stellt unsere Denkmuster komplett in Frage.

Es ist kein Vermächtnis, sagt Arno Gruen über sein neuestes Werk. Und doch lässt er in diesem nochmal die grossen Themen seines Lebens Revue passieren. Empathie steht im Zentrum seiner Untersuchung. Für ihn ist das die logische Konsequenz aus der Beschäftigung mit der Frage «Wie kommt das Böse in die Welt?», die seine gesamte Arbeit als Therapeut und Autor durchzieht.

Arno Gruen ist nicht müde, Liebe und Mitgefühl als die Säulen des Menschseins auszumachen. Wer den 90-jährigen Psychoanalytiker in der Praxis seiner Wahlheimat Zürich besucht, begegnet einem leidenschaftlichen und unerbittlichen Zivilisationskritiker. In Berlin wurde er als Sohn jüdischer Eltern geboren und emigrierte 1936 über Polen und Dänemark in die USA, studierte in New York Psychologie und promovierte beim Freud-Schüler Theodor Reik.
(Quelle: SRF. Gesellschaft und Religion, 11. Juni 2013, von Nico Weber)

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