ab 01.12.2015

BR2/ Notizbuch/ Anrufsendung mit K.H. Brisch:“ Lernen, üben, basteln, trainieren – Wann wird es Kindern zu viel?“

Wie können Eltern es schaffen, den Druck auf ihre Kinder zu mindern, damit sie die Freude an der Adventszeit behalten? Und wenn ihrem Kind tatsächlich alles zu viel wird, wie erkennen Eltern, wann es überfordert ist? Kinderpsychiater Karl Heinz Brisch hat Ihre Fragen beantwortet.

Für viele Familien ist der Dezember der stressigste Monat des Jahres. Lernen für die letzten Tests des Jahres, proben für Weihnachtskonzert oder Krippenspiel, basteln für den Weihnachtsbazar in der Schule. Mütter und Väter drehen in den Wochen vor Weihnachten nicht selten selbst am Rad, weil sie nicht wissen, wie sie alle Weihnachtsvorbereitungen mit den Feiern in Arbeit, Schule und Vereinen unter einen Hut kriegen.

Vor Überforderung schützen

Situation 1: Die Tochter geht in die 6. Klasse. Die Schule wird immer anspruchsvoller, dennoch will die Tochter ihre vielen Freizeitaktivitäten in gleichem Maße beibehalten. Zeit für Freunde bleibt kaum noch. Darf man als Eltern Motivation auch bremsen?

Dr. Karl Heinz Brisch sagt: „Ja, darf man!“ Neugierige Kinder sind an vielem interessiert. Das ist grundsätzlich begrüßenswert. Allerdings muss man darauf achten, dass sich Kinder nicht überfordern. Die Kinder selbst können das in dem Alter oft nicht richtig einschätzen.  Wenn Kinder etwas ausprobieren wollen, um später festzustellen, dass ihnen die Tätigkeit, das Hobby doch nicht gefällt, sollten Eltern nicht darauf beharren, dass das Hobby weiter betrieben wird – auch, wenn vielleicht der Beitrag für den Sportverein bereits für ein halbes Jahr bezahlt ist. „Wenn man was angefangen hat, dann hält man das durch“ ist nicht die richtige Haltung. Gleichzeitig haben Eltern das Recht, Strukturen zu setzen und den Erkundungsdrang zu begrenzen.
(Quelle: BR Bayern 2 Notizbuch vom 01.12.15)

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