Aktuelle Erkenntnisse und Konzepte zur Begleitung, Beratung und Therapie wie auch, wo immer möglich, Prävention von Bindungstraumatisierungen standen im Mittelpunkt der 14. Internationalen Bindungskonferenz München von 9. bis 11. Oktober im Audimax der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Missbrauch und Gewalt finden häufig in vertrautem Umfeld statt. In der Mehrzahl der Fälle werden sie durch Personen erfahren, die den Opfern nahestehen: Eltern und andere Verwandte, Erzieher/innen, Lehrer/innen, aber bei älteren Menschen auch Pfleger/innen bzw. pflegende oder betreuende Kinder. Je enger die Beziehung, desto gravierender die Folgen – wenn gerade die Menschen, bei denen Schutz und Sicherheit gesucht wird, körperliche und seelische Verletzungen verursachen. Eine häufige Erscheinung ist Dissoziation, die Abspaltung des traumatischen Erlebens oder einzelner Aspekte davon; eine andere Folge kann die pathologische Bindung des Opfers an den/die (idealisierte/n) Täter oder Täterin sein. Sehr wahrscheinlich sind andere, spätere Bindungen beeinträchtigt, umso früher im Leben, desto genereller und nachhaltiger. Nicht nur die Erfahrung von Gewalt und Missbrauch am eigenen Leib kann traumatisierend wirken, sondern auch sogenannte häusliche Gewalt zwischen den Eltern bzw. erziehenden Personen. In der therapeutischen und pädagogischen Arbeit geht es unter anderem darum, den Aufbau stabiler Bindungen mit (neuen) Bindungspersonen zu unterstützen. Ausreichende, anhaltende Sicherheit ist eine der Voraussetzungen dafür, dass traumatische und abgespaltene Erfahrungen integriert werden können und sich verschiedene psychische und Gesundheits-Störungen verringern.

Radiosendung: Am Donnerstag, den 29.10.2015 um 19.05 Uhr
Bindungstraumatisierung. Emotionale und körperliche Verletzungen durch Beziehungspersonen.
Gestaltung: Johann Kneihs

Zum Sendehinweis auf der Webseite des ORF1: Hier

Hinweis: Die Sendung kann noch eine Woche nach dem Tag der Ausstrahlung auf der Webseite des ORF1 nachgehört werden.